Foto: Archivio CRF

CHIARA und die MARIAPOLI FOCO

Mit diesem elften Artikel schliessen wir die ersten geschichtlichen Aufzeichnungen bezüglich der Mariapoli Foco ab. Man mag es für vermessen halten, aber es scheint, dass Chiara Lubich vom ersten Moment an eine besondere Aufmerksamkeit und Liebe für die entstehende Siedlung hatte. Sie war die erste, die sie zusammen mit einigen ihrer Mitarbeiter besuchte, um dessen Eignung zu beurteilen. Diese Mariapoli hatte sofort einen besonderen Platz in ihrem Herzen.

Sie selbst bestätigte im Jahr 2003: Die "Mariapoli Foco" verdankt ihren Namen Igino Giordani, für uns hiess er “Foco". Er ist im selben Jahr, in dem sie entstand, gestorben. Es ist eine der vielen Siedlungen, die auf der ganzen Welt entstanden sind, aber in meinem Herzen nimmt sie einen besonderen Platz ein, und ich werde erklären warum.

Gerade hier in der Schweiz, in Einsiedeln, entstand 1962 der Traum von einer Siedlung, die zeigen sollte, wie die Welt aussehen würde, wenn sie das Evangelium lebte.

Kurz darauf entstand die Siedlung von Loppiano in Italien, der weitere auf allen Kontinenten folgten. Aber als der Herr uns in seiner Vorsehung auf die Möglichkeit hinwies, eine solche in Montet zu errichten, war das für mich eine ganz besondere Freude.

Die Schweiz ist in der Tat für die Fokolar-Bewegung und insbesondere für mich eine zweite Heimat. Seit fast einem halben Jahrhundert empfängt sie uns mit ihrer natürlichen Schönheit und der freundlichen und zurückhaltenden Art ihrer Bewohner, die uns Momente der Ruhe und Besinnung schenken, die in der heutigen hektischen Gesellschaft so notwendig sind.

Es war daher nur recht und billig, dass die Siedlung von Montet eine Sonderrolle gegenüber den anderen einnahm. Neben ihrer Berufung zum ökumenischen Zeugnis hat sie die Aufgabe, die Ausbildung der jungen Männer und Frauen zu vervollständigen, die berufen sind, das pulsierende Herz der Fokolar-Bewegung zu werden".

Jahre zuvor, im Jahr 1996, erklärte Chiara den Grund für diese Vorliebe. "Montet scheint mir besonders wichtig zu sein, denn hier in Oberiberg, hier in Einsiedeln, haben wir die Grundzüge unserer Statuten und aller Aspekte (des Lebens) wahrgenommen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir hier die Gelegenheit haben, diese Orte zu zeigen, an denen unsere Statuten entstanden (...). Alles entstand hier, in der Weisheit, es war eine wunderbare Sache!

Deshalb ist es gut, dass es in der Schweiz eine Siedlung gibt, die uns an unsere Gestalt erinnert (...).

Sie wird in der Zukunft berühmt werden! Denn alle werden dorthin fahren, um zu sehen, was passiert ist, und natürlich werden sie an Montet vorbeikommen, weil es in der Schweiz liegt."

Im Jahr 2011 hat Emmaus Maria Voce, die erste Präsidentin des Werkes Mariens, die nach Chiaras Tod gewählt wurde, das Leben von der Mariapoli Foco auf diese Weise beschrieben.

"Ich muss ein grosses Dankeschön sagen für die Realität dieser Liebe, die in der kleinen Siedlung herrscht, die alle Teilnehmer der Schulen verbindet, die die Schulen untereinander verbindet, die die in der Schule mit denen in der Umgebung verbindet, die diejenigen verbindet, die immer hier sind und diejenigen, die ab und zu kommen, sogar die Sommerschulen (von Mitgliedern der Bewegung aus der ganzen Welt - Anm. d. Red.) Dieses Gewebe der Liebe scheint mir das Schönste an dieser Siedlung zu sein".

Eine lebendige Realität, die auch heute noch die Aktualität und den Reichtum des gelebten Evangeliums bezeugen will, das keine Abnutzung durch die Jahre kennt und immer eine konkrete Antwort auf die Bedürfnisse der Menschen ist.