• suche
Foto: Archivio CRF

EIN JAHR IN DER SCHULE GEN

 

Das Jahr ist im Flug vorbei gegangen! Die Intensität der gelebten Erfahrung wird hier, in verschiedenen Schattierungen, von einigen Studenten ausgedrückt, die in ihre Länder zurückkehren. Ihr Aufenthalt hat die Siedlung mitgebaut und bereichert und die Erfahrung bleibt ein Grundstein für das Leben. Lasst uns ihnen das Wort erteilen:

 

JOÃO PEDRO (Brasilien)

Dieses Jahr war eine echte Herausforderung für mich. Zum ersten Mal verstand ich die Bedeutung, mich anderen in freier Form zu schenken. Jedes Mal, wenn ich es tat, sah ich die Früchte: in der Arbeit, im Unterricht, im Empfang der Besucher.... Alles war eine Gelegenheit, die Gegenseitigkeit in die Praxis umzusetzen, zu lernen, und viele neue Dinge zu entwickeln. Heute sehe ich deutlich, dass Liebe die Herausforderung ist, die ich für mein Leben gewählt habe.

 

GLORIA (Argentinien)

Ich mag Abenteuer und ich glaube, das hat mir den Mut gegeben, alles zu verlassen: Familie, Freunde, Studium und mein Leben, um dieses Jahr zu spenden. Vom Moment an, als ich ankam, verstand ich, dass grosse Dinge auf mich warteten. Die Herausforderungen begannen vom ersten Tag an. Die Sprache schien die erste Barriere zu sein, aber ich fand heraus, dass die Liebe durch ein einfaches Lächeln sprechen konnte.  Seitdem ist die sprachliche Vielfalt für mich zu einer Chance geworden, kreativer zu sein.

Im Zusammenleben verstand ich die vielen Unterschiede: Wie wir die Welt sehen, wie wir reagieren: Es ist schwierig sich zu verstehen, wenn wir in "verschiedenen Welten" aufgewachsen sind. Es scheint, dass alle unsere Strukturen zusammenbrechen.... aber wir lernen, dass in jedem von uns eine Person zu lieben und zu entdecken ist.

Ich habe die Liebe immer als etwas Schönes verstanden, aber hier habe ich gelernt, wirklich zu lieben, mit Aufopferung, aus mir herauszugehen, um neue Ideen anzunehmen, den ersten Schritt zu tun, um zu versuchen, einander zu verstehen, einander zu kennen.  Und so trainieren wir, denn in diesem "Verlieren" entdecken wir die Schönheit der Begegnung und es ist keine "Herausforderung" mehr, sondern es wird immer natürlicher, die Dinge in diesem Licht zu sehen.

Für mich ist die Welt jetzt kleiner, weil ich Schwestern und Brüder in verschiedenen Teilen der Erde habe und mein Herz bei ihnen ist.

 

NIKOLA (Serbien)

Eine grossartige Gelegenheit, geistig zu reifen und mich bereit zu fühlen, alle Hindernisse zu überwinden, denen ich im Leben begegnen werde. Dies hier ist eine Schule, die mit der Liebe abschliesst, die wir in unseren Herzen tragen, die uns eine solide Grundlage für ihr Wachstum und den Mut gibt, das gelebte Evangelium zu bezeugen. Ich werde immer alle mit mir nehmen, die mich mit ihrer Freude begleitet haben, die mir geholfen haben, meinen Weg zu verstehen und wie ich meine Ziele erreichen kann. Ich weiss, dass ich nie allein auf der Welt sein werde.

 

RAYSSA (Brasilien)

Das Leben an der Schule ist eine Realität sehr reich an Kultur und Beziehungen, die helfen, in kleinen Dingen zu wachsen, welche in Wahrheit die schönsten sind. Dieses Jahr bin ich gewachsen als Frau, Schwester, Freundin, Bürgerin und Verlobte. 

 

LUISE (Brasilien)

 Als ich vor Monaten Brasilien verliess, hatte ich keine Ahnung von dem, was mich erwarten würde. Ich lernte, wie wichtig es ist, jeden Tag intensiv zu leben und alles mit Liebe zu tun.  Es scheint einfach, aber es gibt Tage, an denen wir das vergessen......  immer zusammen zu sein, zu sprechen, sich zu öffnen und sogar zu weinen. Viele Male weinte ich, aber immer erhielt ich eine Umarmung der Anteilnahme. So geliebt zu werden ist unglaublich und kann alles verändern. Den gegenwärtigen Moment leben, denn wir wissen, dass wir nur diese Zeit hier haben, dieses Jahr zusammen; und in Liebe die Schwierigkeiten des Alltags überwinden. Und wenn es scheint, dass wir nicht die Kraft haben zu lieben, die Liebe der anderen annehmen zu dürfen: in der Arbeit, im Unterricht, in unserem Zuhause.

Als ich hier ankam, dachte ich nicht so. Ich dachte nur an die Zukunft, wie ich die Welt retten könnte, über die grossen Dinge, die ich tun könnte. Aber ich strengte mich nicht an, denn die Zukunft schien nicht zu kommen und ich überliess die Dinge dem Morgen. Es sind die kleinen Dinge: die Routine gut leben, die konkrete Liebe des Alltags, die die Welt wirklich verändern und retten können. Ich, die ich glaubte revolutionär zu sein, erlebte hier eine Revolution. Es ist eine einzigartige und besondere Erfahrung, die jetzt aus mir strömt und für immer bleibt.

 

GUSTAVO (Brasilien)

Dieses Jahr war etwas ganz Besonderes und eine Vorbereitung auf meine Zukunft. Das Leben verlangt viel von uns, es gibt so viele Schwierigkeiten auf unserem Weg, wir wissen nicht, was morgen passieren wird.... aber ich weiss, dass ich auf die Leute zählen kann, mit denen ich diese Erfahrung geteilt habe. Ich fand eine zweite Familie, grösser als die, die in meinem Land blieb, aber mit der gleichen Sorgfalt, Aufmerksamkeit und Liebe.

Ich habe gelernt, die Welt und die Menschen aus einer anderen Perspektive zu sehen. Die Vielfalt der Länder und Kulturen (eine der grössten Reichtümer der Siedlung) hat mich etwas sehr Wesentliches entdecken lassen: den Respekt vor der Verschiedenheit jedes einzelnen. Wir sind uns viel ähnlicher, als es scheint, weil die Liebe uns eins macht, lässt sie uns erfahren, dass eine vereinte Welt möglich ist. Dieses Ideal ist es, das mich vorwärts bringt und das ich in die ganze Welt bringen möchte.