Eine Geschichte aus dem Leben - 12

12 Monate, 12 Kapitel, 12 Zeugen, die jeden Tag das Ideal verwirklichen, das Gott durch Chiara der ganzen Welt gegeben hat. Eine lebendige Geschichte, die sich in vielen Männern und Frauen heute noch fortsetzt.

 

Grundlegende Veränderungen

            All dies wäre nicht möglich, wenn der lebendige Kontakt mit der Spiritualität der Einheit nicht zu radikalen Veränderungen in den Menschen führen würde. Um es in religiösen Begriffen auszudrücken: Unzählige Bekehrungen zu Gott oder zumindest zum Guten. Auf diese Weise werden Bürger geformt, die voll und mit erneuertem Bewusstsein all ihren Pflichten nachkommen. Dies beginnt bei den jungen Leuten, die aber unsere Hoffnung für morgen sind: Jugendliche sind keine unreifen Menschen, sie handeln als Protagonisten des religiösen und zivilen Lebens, und sie können sich dem Schmerz stellen; sie leben in der Welt, sind aber nicht von dieser Welt. Junge Menschen haben hohe Ziele; sie bereiten sich ernsthaft auf die Zukunft vor; sie führen alle Arten von Mikro-Verwirklichungen durch, um die Grundwerte zu bewahren.

            Männer und Frauen arbeiten für die irdische Stadt, und wenn sie nach oben schauen, fühlen sie sich beim Bau der Stadt wie “Mit-Schöpfer” mit Gott. In der Familie wird die Liebe neu belebt. Die Kluft zwischen den Generationen verwandelt sich in einen positiven Austausch von Gaben. In einer Gesellschaft, die, wenn wir die Familie betrachten, die christlichen Werte des Lebens und eine geheiligte Sexualität zu verlieren scheint, wird das Zeugnis von in Gott verwurzelten Familien zu einem Ferment sowohl religiösen als auch zivilen Engagements. Paare, die kurz vor einer Trennung oder Scheidung stehen, gewinnen wieder Kraft für einen neuen Anfang. Es gibt mehr als 14.000 Patenschaften für Kindern aus Entwicklungsländern.

            Auf sozialer Ebene investiert diese Gemeinschafts-Spiritualität, die in sich selbst den Schlüssel zur Wandlung des Sozialen hat, diesen in allen ihren Sparten.

            In der kirchlichen Welt erleben die Priester, die in Einheit miteinander und mit dem Bischof leben, die Realität einer übernatürlichen Familie. Die neue Lebensweise weckt Berufungen, und die Priesterseminare werden auch zu Zentren der Ausbreitung. Für den pastoralen Dienst der Priester entstehen lebendige Pfarrgemeinden, in denen die Gemeinschaft aufblüht. Die Ordensleute verstehen ihre Gründer besser; sie entdecken ihre Regeln neu. Es entsteht eine tiefe Einheit mit den Vorgesetzten und eine Erneuerung der Gemeinschaften. Es entsteht auch eine tiefe Beziehung mit den verschiedenen Instituten, mit dem Diözesanklerus und mit den christlichen Laien. Es gibt auch Hunderte von Bischöfen, die diese Spiritualität leben und vertiefen, und dabei eine echte Kollegialität mit dem Heiligen Vater und untereinander neu aufleben lassen.

            Die Fokolar-Bewegung hat versucht, auf diese Weise, mit der Hilfe Gottes und nur zu seiner Ehre, auf seinen Ruf zu antworten: “dass alle eins seien”.

 

Diese Geschichte wurde von Chiara Lubich zu verschiedenen Zeitpunkten selbst erzählt. Die Texte stammen aus dem ersten Kapitel des Buches “Un popolo nato dal Vangelo", E. Fondi - M. Zanzucchi, S. 13-14, Editrice San Paolo.  Historische Hinweise zu den verschiedenen Reden finden Sie auf S. 3.