Foto: Archivio CRF

Mathilde und Carlo Mor - Milan

Das auf dem Felsen gebaute Haus

 

F - Erzählt ihr uns etwas über euer Leben?

            Sieben Jahre nach unserer Heirat, 1984, zogen wir vom Zentrum von Mailand, wo wir in einer kleinen Wohnung in Miete lebten, in ein Reihenhaus im Süden der Stadt, das wir mit einer Hypothek gekauft hatten. Wir hatten ein einfaches Leben, Haus und Arbeit, zwei Kinder, Emanuele, 7 Jahre, und Costantina, 4 Jahre.

            Im selben Jahr trafen wir Chiara Lubich im Nervi-Saal bei einem Treffen der Bewegung. Wir kannten die Bewegung nicht, und wir waren beeindruckt von der Liebe, der konkreten Aufmerksamkeit, die uns entgegengebracht wurde, und von den Erfahrungen des gelebten Evangeliums. Wir fingen auch daran, das Wort zu leben, das jeden Monat vorgeschlagen wurde. Wir lernten es auswendig und sahen die unmittelbaren Früchte, die es zeitigte!

            Unsere Offenheit für das Leben bereicherte die Familie mit der Geburt von Federica im Jahr 1987 und Silvia im Jahr 1991.

 

F - Wie hat sich euer Leben verändert?

            Es wurde immer intensiver. Langsam liessen wir auch die weltlichen Züge beiseite. Unsere Freunde verstanden uns nicht mehr. Mit unseren ursprünglichen Familien hingegen hat sich das Verhältnis verändert: auch sie haben sich weg von einer an Traditionen gebundenen Religion zum Leben gemäss dem Evangelium engagiert.

 

F - Wir wissen, dass es für euch eine Überraschung war, als ihr entdeckten, dass ihr die Gegenwart des Auferstandenen (vgl. Mt 18,20) in eurer Familie erleben konnten, wenn ihr in seinem Namen vereint waren.

            Ja, das war es. Wir liessen uns von Jesus, der lebendig unter uns war, leiten, und gingen Schritt für Schritt unseren Weg in der Bewegung, nicht ohne Einsatz und Mühe, aber mit der anhaltenden Begeisterung zu diesem Leben in der Einheit.

            Wenn immer Seine Gegenwart aufgrund eines Missverständnisses abhanden kam, erkannten wir, dass es ohne Einheit keinen Lebensinhalt mehr gab, und wir versuchten, sofort wieder von neuem zu lieben.

            Wir hatten uns angewöhnt, am Abend bei Tisch uns gegenseitig von unseren Erfahrungen mit dem Wort Gottes während des Tages zu erzählen, und wir stellten fest, dass auch unsere Kinder an diesem Spiel in der Liebe teilnahmen.

 

Könnt  ihr uns erklären, wie euer Leben mit der Gegenwart Jesu unter euch als Paar aussieht?

            Im Vergleich zu den ersten Ehejahren hat sich allmählich alles verändert.

            Unsere Liebe füreinander lebte in den kleinen Dingen des Alltags. Wir prüften gemeinsam die Entscheidungen, die wir zu treffen hatten - von der Ökonomie bis zur Erziehung der Kinder. Wenn immer wir lernten unsere eigene Idee zu verlieren, um die des anderen zu aufzunehmen, entstand eine neue Idee. Es schien der Gedanke Jesu unter uns zu sein. Wir hätten nicht mehr anders leben lönnen, wir konnten nicht mehr ohne Seine Gegenwart leben.

            Wenn es tagsüber ein Missverständnis gab, konnten wir nicht einschlafen, ohne die Einheit unter uns wiederhergestellt zu haben, indem wir in Frieden gute Nacht sagten, damit wir ohne jede Wolke aufwachen konnten, welche den neuen Tag verdunkelt  hätte.

            Jetzt, wo die vier Kinder ihre eigene Familie gegründet haben, sehen wir, dass diese Entscheidung nicht nur unsere war, denn sie alle versuchen, diese gemäss ihrer eigenen Berufung umzusetzen.

            Die Lesung, die wir für die Messe unserer Heirat ausgewählt hatten, war das Evangelium des auf dem Felsen gebauten Hauses. Das Charisma der Einheit erhellte diese Wahl: Der Fels ist die Gegenwart Jesu unter denen, die einander lieben. Es scheint uns, dass dies das Programm für unser Leben war und bleibt.

 

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